Ernte der Acai-Beere

Die Ernte ist körperlich sehr anstrengend.
Geerntet wird von den Einheimischen vor allem in der brasilianischen Region Pará. Sie verfügen über besondere Fertigkeiten in ihrer natürlichen Umgebung. Die Brasilianer klettern auf bis zu 25 Meter hohe Palmen, schneiden die im Durchmesser bis zu 1,5 Zentimeter breiten Beeren ab und legen sie in Körbe, die mit Schulterriemen und Gürteln an den Leuten befestigt sind.
Die Ernte muss schnell erfolgen. Die Arbeiter verfügen unter solchen Bedingungen über artistische Fähigkeiten und hohe Kraft-Reserven. Je frischer die Acai-Beeren vor der Verarbeitung sind, umso mehr kann in dem tropischen Klima der Nährstoffgehalt erhalten bleiben. Das Fruchtfleisch in den Kühlhäusern wirkt später schlammig.
Der Geschmack gilt als gewöhnungsbedürftig, als muffig. Daher kombiniert man nicht allein aus optischen Gründen mit anderen Früchten. Ausgeliefert wird vor allem das schockgefrorene Fruchtfleisch. Es herrscht die Auffassung vor, der Nährwert des Acai-Pulvers sei gering, weil die Vitamine den Verarbeitungsprozess durch den Entzug des Wassers nicht überleben können. Die Fabriken befinden sich in den nächst gelegenen größeren Städten.

Gesundheit pur - allerdings noch nicht für den Transport nach Europa geeignet.
Die so genannten Kohlpalmen wachsen auch im Dickicht des Regenwaldes. Oft sind sie schwer erreichbar. Daher ist es nötig, kleine, besonders wendige Boote zu nutzen, wenn die Erntepflücker nicht den Landweg durch den Tropischen Regenwald nehmen können. Bis zu viermal im Jahr kann die Acai-Beere von den Palmen geschnitten werden. Für die Bevölkerung bietet die Frucht während des ganzen Jahres einen natürlichen Reichtum, der ihr Überleben sichern kann.
Ein Problem ist die sogenannte Erntelogistik, also der Transport zur Verarbeitung und zum Export. Die Erntelogistik erweist sich als kostspielig. Der Zusammenschluss zu Arbeitsgemeinschaften der Bauern macht sie zu starken Partnern der Konzerne, zumal das weltweite Marketing auf die Ursprünglichkeit des Produktes und die Art der Ernte setzen muss.
Beeinflusst wird es von dem “Natur pur”-Image des tropischen Regenwaldes, das eigentlich Reinheit und Gesundheit versprechen muss.




