Brasilia: Die Stadt aus der Retorte
Brasilia steht seit 1987 auf der Liste des Weltkulturerbes. Brasilia ist die Hauptstadt Brasiliens und hat mehr als 2 Millionen Einwohner. Sie leben auf dem zentralen Hochplateau des Landes in 1.158 Metern über dem Meeresspiegel.
Brasilia liegt 872 Kilometer von São Paulo und 930 Kilometer von Rio de Janeiro entfernt. Das Klima dort ist tropisch.
Brasilia ist für europäische Verhältnisse keine alte Stadt. 1891 wurde in der brasilianischen Verfassung festgeschrieben, dass eine neue Hauptstadt gebaut werden solle. 1922 fand die Grundsteinlegung statt. Immerhin liegt Brasilia im geografischen Zentrum des Landes und sollte so den föderalen Charakter repräsentieren. Von Vorteil war dabei die Entwicklung der Infrastruktur in einer quasi vergessenen Region.
Jahre vergingen
Die Umgestaltung begann erst 1956. Die nächste Eisenbahnlinie lag 125 Kilometer entfernt, die nächste brauchbare Straße 640 Kilometer entfernt. Das war ein Problem. Woher sollte man Baustahl und Bauholz problemlos bekommen? Die Materialien mussten über aus 1.200 bis 1.600 Kilometer Entfernung geholt werden. Sand und Kies gab es allerdings in Brasilia.
Der Präsidentenpalast gehörte zu den ersten Bauwerken. 1960 war dann die Hauptstadt eingeweiht. Rio de Janeiro verlor damit den Status, das politische und administrative Zentrum des föderalen Staates zu sein. Beliebt war der Umzug unter Staatsbeamten nicht. Die Regierung musste daher eine Frist festlegen. Wer nicht bis zum 7. September 1972 nach Brasilia zöge, werde entlassen. Den Diplomaten aus anderen Ländern wurde erklärt, sie verlören ihre Immunität, wenn sie ihre Botschaften nicht in Brasilia eröffneten.
Irrtum
Als Grundriss für die Stadt wurde die Form eines Kreuzes gewählt. Der Architekt Oscar Niemeyer war der Chef des staatlichen Bauamtes. Die öffentlichen Gebäude entwarf er. Wenn man sich die Bilder der Stadtanlage ansieht, geht man irrtümlich davon aus, dass der Umriss eines Flugzeuges geplant worden sei.




