Nil oder Amazonas – welcher Fluss ist größer?

Amazonas oder Nil?

Nur knapp hat der Nil den Titel des längsten Flusses der Erde an den Amazonas verloren. Allerdings werden die Ergebnisse der NASA angezweifelt, weil unter Experten darüber gestritten wird, wie der Verlauf des verzweigten Amazonas exakt erfolgt. Nach Meinung der NASA, die sich auf eine Shuttle-Messung beruft, sei der Amazonas etwa 100 Kilometer länger als der Nil.

Indessen ist die Lage am Nil ähnlich verworren, weil nicht eindeutig bestimmt ist, wo sich dessen Quellen befinden. Der Titel „Längster Fluss der Welt“ muss daher in Frage gestellt bleiben.

Einen Superlativ für die Bücher der Rekorde und Weltwunder brauchen weder Nil noch Amazonas.

Datenblatt: Der Amazonas

Der Amazonas ist etwa 100-Mal so groß wie der Rhein. Zum Vergleich: Die Schweiz wäre in dieser Fläche wie eine kleine Insel. Vermutlich geht der Name auf die Tupi-Indios zurück. Sie nannten den Fluss Amassunú.

Länge des Stromes:
Zwischen 6.400km und 7.025km. Abhängig ist das davon, welchen Fluss die Geografen als Quellfluss ansehen. Die möglicherweise entfernteste Quelle liegt hoch in den Anden und 6.788 Kilometer entfernt von der Mündung. Die NASA hat eine Länge von 6.800 Kilometer ermittelt.

Wassermenge:
Zwischen 75.000 und 220.000 Kubikmeter pro Sekunde, abhängig von Monat und Ort. Selbst Hochseeschiffe können den Amazonas streckenweise befahren. In den Amazonas münden etwa 10.000 Flüsse. Im Mündungsbereich hat der Amazonas eine Tiefe bis zu 100 Metern.

Ausdehnung des Beckens:
6.112.000 km². Im Flusssystem des Amazonas bewegt sich im Vergleich zwei Drittel des Wassers aller Flüsse der Erde. Das Becken bedeckt rund zwei Fünftel des südamerikanischen Kontinents. Der Amazonas ist zwei- bis fünfmal größer als der Congo River im Herzen Afrikas.

Breite des Unterlaufs:
11 Kilometer

Breite an der Mündung:
100 Kilometer. Der Amazonas fließt in den Atlantik bei Brasilien.

Zahl der Nebenflüsse:
102.000, -  17 haben eine Länge von mehr als 1.600 Kilometer.

Hat Rodung der Regenwälder Folgen für Europa?

Die Abholzung der Regenwälder am Amazons kann sich auf das europäische Klima auswirken. Die Regenwälder produzieren Dunstwolken. Also nehmen sie nicht nur Kohlendioxid auf, das das Klima schädigt. Die Folgen der Rodung können sich durchaus in Europa bemerkbar machen. Auch deshalb muss die Weltgemeinschaft ein Interesse am Schutz der brasilianischen Regenwälder haben.

Der Verlust der Regenwälder ist nicht nur eine regionale Katastrophe. Was der Regenwald, auch am Amazonas, an Dunst entwickelt, reflektiert zum Beispiel schützend das Sonnenlicht. Das verdunstete Wasser erreicht dafür Höhen von 8000 Metern – und ist ebenso von zentraler Bedeutung für die Wärmezirkulation. Die Regentropfen bilden sich erst dort. Erdwärme wird in dieser Höhe freigesetzt und beeinflusst das Wetter vermutlich weltweit.

Indessen streiten Experten darüber, welche tatsächlichen Auswirkung die Abholzung des Regenwaldes hat. Es zeigt sich zum Beispiel am Nordpol, wie schnell und gravierend sich Klimaveränderungen auswirken. Dort schmelzen Gletscher schneller als prognostiziert.

Ähnlich gravierend sieht es auf den Malediven aus, dem Inselstaat an der Südspitze Indiens. Von den Atollen und 1199 Inseln wandern die ersten Bewohner nach Indien aus, weil das Meer das Land verschlingt. Möglicherweise sind die Malediven im Jahr 2100 nicht mehr bewohnbar.

Der Verlust der Regenwälder könnte hingegen wegen der fehlenden Wärmezirkulation unter anderem zur Versteppung der Böden in Europa beitragen, weil die fehlende Luftzirkulation Temperaturwechsel beeinflusst. Auf der anderen Seite kann es vermehrt zu Unwettern kommen.

Skalvenarbeit für die Acai Beere

In Brasilien setzen Großgrundbesitzer weiterhin Sklaven ein. Eine gerechte Entlohnung gibt es nicht. In Brasilien werden 50 Unternehmen auf einer Schwarzen Liste geführt. Sie beuten die Bevölkerung aus.

Mit Acai in die Unabhängigkeit

Es ist schwer, sich gegen die Ungerechtigkeit zu wehren. Wer das macht, wird mit dem Tod bedroht. Menschenrechtsorganisationen und Kirchen agieren vorsichtig. Wegen des Interesses an der Acai-Beere bilden sich neue Strukturen aus.

Kollektive

So haben sich Bauern zu Kollektiven zusammengeschlossen. Die Abhängigkeit von den Großgrundbesitzern ist nicht völlig gelöst, weil sie selbst oft Fabriken betreiben und den Preis für den Ankauf diktieren können. Die Bevölkerung wird auf ihrem Weg in die wirtschaftliche Unabhängigkeit unterstützt.

Neue Bedingungen

Neue Unternehmen lassen sich in Brasilen nieder, die die Acai-Beere für sich nutzen wollen. Sie räumen oftmals die bessere Bezahlung für die Ernte ein.

Amazonas-Region

Der Amazonas ist der mächtigste Fluss der Erde. Durch ihn fließt mehr Süßwasser als durch die acht nächstgelegenen Flüsse. Der gesamte Einzugsbereich des Amazonas erstreckt sich über acht südamerikanische Staaten. Es umfasst sieben Millionen Quadratkilometer. Über die Hälfte davon entfällt auf das Territorium von Brasilien, auf einer Fläche von 3,6 Millionen Quadratmeter.

Darin könnte die Bundesrepublik Deutschland zehnmal Platz finden.

Für den brasilianischen Staat ist die Region eine voller natürlicher Ressourcen, die vom Menschen nicht systematisch genutzt würden. Die Amazonasregion gilt auch als sogenannte Landreserve für die Menschen aus den überbevölkerten Regionen des Landes.

Mit rasender Geschwindigkeit hat sich der Mensch dem Raubbau verschrieben. Die tropischen Regenwälder verschwinden weltweit. Mit Motorsäge und Planierraupe wird gerodet. Am Ende gibt es Platz für Felder und Viehweiden.

Die Landwirtschafts-Organisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass zwischen den Jahren 1900 und 1980 auf der Erde die Hälfte aller Tropischen Regenwälder verschwunden sind. Diese 20 Millionen Quadratkilometer entsprechen zweimal der Fläche der USA.

Im Tropischen Regenwald Brasiliens sind vergleichsweise geringe Verluste zu verzeichnen. Deshalb genießt der Schutz der Natur dort für die Menschheit hohe Priorität. Der Druck nimmt zu: die kommerziellen Interessen an Holz, Weideflächen und der Besiedlung sind wiederum groß.